Zur Position der JUNGEN UNION Rhein-Sieg, Lebenspartnern die Adoption verbieten zu wollen und Familien zum Beispiel durch Vorteile in der Rentenversicherung besser stellen zu wollen (Rhein-Sieg-Rundschau vom 02.08.2006), erklärt Johanna Kremer (19) aus Königswinter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg:
“Wenn die JUNGE UNION von einer modernen Familie spricht, hat sie in Wirklichkeit den werktätigen Vater und die Mutter als Heimchen am Herd im Sinn. Bei den steinzeitlichen Ansichten des CDU-Nachwuchses über die moderne Familie frage ich mich, welche Altersgrenze die JUNGE UNION eigentlich hat. Der Gesellschaftswandel hat auch zwischen Rhein und Sieg nicht halt gemacht. Wir bei der GRÜNEN JUGEND sehen Familie an jedem geborgenen Ort, wo Kinder aufwachsen. Dazu zählen neben allein erziehenden Eltern auch Patchworkfamilien oder Lebenspartnerschaften.”
Heiko Wolf (23) aus Lohmar, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:
“Die von der JUNGEN UNION vorgeschlagenen Besserstellungen in der Rentenversicherung bringen zum Beispiel Selbstständigen und Freiberuflern gar nichts, diese Idee der JUNGEN UNION taugt also nur was für die Tonne. Viel sinnvoller sind meiner Ansicht nach erweiterte und flexiblere Betreuungsangebote für Klein- und Schulkinder vor Ort hier im Rhein-Sieg-Kreis, damit Eltern auch über Mittag und am Nachmittag arbeiten gehen können. Das würde allen Erwerbstätigen gleichermaßen helfen!”
Zum Festhalten am Verbot der Adoption für Lebenspartnerschaften meint Heiko Wolf schließlich:
“Ich finde, dass die JUNGE UNION da eine sehr verkrampfte Sicht der Dinge hat. Man wird nicht verhindern können, dass Lebenspartner bald Kinder adoptieren dürfen, höchstens etwas hinauszögern. Viele unserer Nachbarn sind da wie so oft etwas weiter – in Belgien, England, den Niederlanden, Schweden und Spanien geht das nämlich schon. Und das ist auch gut so.”