Mehr Zeit für Busse und Bahnen in Lohmar mit der Grünen Jugend Rhein-Sieg

Wir haben gestern (Freitag, 14. August 2009) die Aktion Mehr Zeit für Busse und Bahnen unterstützt und eine mobile Haltestelle in Lohmar aufgebaut, um auf Mängel im Nahverkehr aufmerksam zu machen. Mit dabei war auch der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, Horst Becker.

Der Sprecher der Grünen Jugend Rhein-Sieg, Heiko Wolf (26), erklärt hierzu:

Die CDU/FDP-Landesregierung spart bei Bus und Bahn und investiert einseitig in den Straßenbau, statt ausreichend Geld für mehr Routen im Nahverkehr und dichtere Takte bereit zu halten. Das finde ich nicht in Ordnung, da werden falsche Prioritäten gesetzt, die jugendunfreundlich und unökologisch sind. Die Grüne Jugend Rhein-Sieg fordert daher:

  • Ausbau des Angebotes an Nachtbussen! Sie sollen häufiger und später fahren und die Nachtschwärmer wieder sicher nach Hause bringen. Speziell hier in Lohmar können wir aber auch die Verbindungen tagsüber verbessern und mehr Busse von und nach Overath, Rösrath und Siegburg fahren lassen.
  • Einführung eines SozialTickets! Städte wie Köln und Dortmund und Kreise wie Unna und Düren machen es vor: Dort können Empfängerinnen und Empfänger von Hartz-IV-Leistungen ein Monatsticket für 15 Euro kaufen und den örtlichen Nahverkehr nutzen.
  • Förderung alternativer Verkehrsmittel! Neben Fahrradwegen und neuen und mehr Abstellplätzen in den Innenstädten soll auch Geld in bedarfsorientierte Angebote wie das Anruf-Sammel-Taxi (AST) und ehrenamtliche Bürgerbusse gesteckt werden.

Der Zuspruch bei den Passantinnen und Passanten für unsere Aktion war groß und hat uns gezeigt, dass unsere Forderungen berechtigt und im Sinne der Bürgerschaft sind.

Die mobile Haltestelle im Einsatz

Die mobile Haltestelle im Einsatz

Das Team der Grünen Jugend

Das Team der Grünen Jugend

GRÜNES “Nein” zum geschlechtergetrennten Unterricht!

Zur Überlegung der NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU), aufgrund von Amokläufen geschlechtergetrennten Unterricht an den Schulen Nordrhein-Westfalens einzuführen, erklärt der Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, Heiko Wolf (23):

“Der Vorschlag, Mädchen und Jungen künftig getrennt zu unterrichten, erinnert spontan an den Häkelunterricht, mit dem man zu Großmutters Zeiten die Mädchen auf das Hausfrauenleben vorbereitet hat. Eine Geschlechtertrennung und die damit verbundene weitere Separation der Schülerinnen und Schüler fördern gerade nicht ein offenes Klima und eine ungehinderte Kommunikation in den Schulen! Der Vorschlag der CDU-Schulministerin hat mit dem Problem der Amokläufe rein gar nichts zu tun und ist blinder Aktionismus. Ich bin gespannt, welche anachronistischen Schulkonzepte die CDU-Schulministerin noch auf Lager hat. Was stattdessen wirklich helfen kann sind flächendeckende schulpsychologische Angebote, viel mehr Sport- und Freizeitangebote auch am Nachmittag, mehr Gewaltprävention und ein offenes Ansprechen sozialer Konflikte.”

Elisa Fenkl (22), Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Der Vorschlag ist furchtbar kurzfristig gedacht, völlig lebensfremd und damit hilft man erst recht nicht den Jungen in ihrer Entwicklung. Denn Mädchen und Jungen sollen doch gemeinsam aufwachsen um miteinander und voneinander zu lernen! Später im Berufsleben gibt es auch keine Geschlechtertrennung und auf beide Geschlechter warten die gleichen Aufgaben und Anforderungen. Peinlich, dass ausgerechnet unsere CDU-Schulministerin, die ja ausgebildete Lehrerin ist, solche rückwärtsgewandten Vorschläge macht. Mit Geschlechtertrennung hilft man nämlich niemanden und damit verhindert man erst recht keine Amokläufe.”

Moritz Kaczmarek (19), Vorstandsmitglied der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, meint schließlich:

“Es stimmt zwar, dass Mädchen und Jungen tendenziell andere Interessen haben – aber eben nur tendenziell. Man darf deswegen nicht der schnellen Idee verfallen, die Unterrichtsinhalte vom Geschlecht abhängig zu machen! Da jeder Mensch unterschiedlich ist, müssten vielmehr die schulischen Angebote individueller auf jede Schülerin und jeden Schüler zugeschnitten sein!”

Junge Union: Familienbild von Vorgestern…

Zur Position der JUNGEN UNION Rhein-Sieg, Lebenspartnern die Adoption verbieten zu wollen und Familien zum Beispiel durch Vorteile in der Rentenversicherung besser stellen zu wollen (Rhein-Sieg-Rundschau vom 02.08.2006), erklärt Johanna Kremer (19) aus Königswinter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg:

“Wenn die JUNGE UNION von einer modernen Familie spricht, hat sie in Wirklichkeit den werktätigen Vater und die Mutter als Heimchen am Herd im Sinn. Bei den steinzeitlichen Ansichten des CDU-Nachwuchses über die moderne Familie frage ich mich, welche Altersgrenze die JUNGE UNION eigentlich hat. Der Gesellschaftswandel hat auch zwischen Rhein und Sieg nicht halt gemacht. Wir bei der GRÜNEN JUGEND sehen Familie an jedem geborgenen Ort, wo Kinder aufwachsen. Dazu zählen neben allein erziehenden Eltern auch Patchworkfamilien oder Lebenspartnerschaften.”

Heiko Wolf (23) aus Lohmar, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Die von der JUNGEN UNION vorgeschlagenen Besserstellungen in der Rentenversicherung bringen zum Beispiel Selbstständigen und Freiberuflern gar nichts, diese Idee der JUNGEN UNION taugt also nur was für die Tonne. Viel sinnvoller sind meiner Ansicht nach erweiterte und flexiblere Betreuungsangebote für Klein- und Schulkinder vor Ort hier im Rhein-Sieg-Kreis, damit Eltern auch über Mittag und am Nachmittag arbeiten gehen können. Das würde allen Erwerbstätigen gleichermaßen helfen!”

Zum Festhalten am Verbot der Adoption für Lebenspartnerschaften meint Heiko Wolf schließlich:

“Ich finde, dass die JUNGE UNION da eine sehr verkrampfte Sicht der Dinge hat. Man wird nicht verhindern können, dass Lebenspartner bald Kinder adoptieren dürfen, höchstens etwas hinauszögern. Viele unserer Nachbarn sind da wie so oft etwas weiter – in Belgien, England, den Niederlanden, Schweden und Spanien geht das nämlich schon. Und das ist auch gut so.”

Röttgen bewahrt kühlen Kopf!

Zur Entscheidung von Norbert Röttgen (CDU), doch nicht parallel zu seinem Bundestagsmandat auch noch als Hauptgeschäftsfhrer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie tätig zu werden, erklärt Julian Dopstadt (20) aus Bornheim, Vorstandsmitglied der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg:

“Norbert Röttgen vollbringt eine seiner bislang größten Leistungen. Er bewahrt trotz des schwülen Wetters einen kühlen Kopf. Der große Druck von außerhalb scheint gewirkt zu haben und unser Bundestagsabgeordneter lenkt doch noch ein. Das Nebenher von CDU-Mandat und BDI-Job wäre intransparent und sehr doppelzüngig gewesen.”

Heiko Wolf (23) aus Lohmar, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing – das weiß auch der Volksmund. Klar gibt es hinter den Kulissen in Berlin und anderswo Lobbyarbeit. Doch Norbert Röttgen hat sein Doppelspiel rechtzeitig beendet, bevor es richtig begann. Fast könnte man ihn für seine Einsicht loben.”

Chancengleichheit wird aufs Spiel gesetzt

Zur Verabschiedung der schwarz-gelben Schulgesetznovellierung erklärt Heiko Wolf (23) aus Lohmar, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg:

“Das neue Schulgesetz wird Chancengleichheit behindern. Bereits benachteiligte Schülerinnen und Schüler werden es noch schwerer haben, gute Bildungsabschlüsse zu erlangen. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen gibt es faktisch nicht mehr. Die Chance, die zu frühe Selektion der Grundschulkinder für die weiterführenden Schulen durch ein längeres gemeinsames Lernen nach hinten zu verschieben, hat die Landesregierung verpasst.”

Johanna Kremer (19) aus Königswinter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Die Interessen der Kommunen als Schulträger wurden von CDU und FDP übergangen, ohne mit der Wimper zu zucken. Ihr zentrales Anliegen, die Grundschulbezirke zu erhalten oder die Entscheidung darüber wenigsten den Kommunen selbst zu überlassen, wurde ignoriert. Kommunen in ganz NRW, selbst die kommunalpolitische Vereinigung der CDU, warnten vor einer zunehmenden Gettoisierung und sozialer Spaltung. Der Landesregierung sind diese Folgen ihrer undurchdachten Konzepte offensichtlich egal.

Und das trifft offensichtlich auch auf den CDU-Abgeordneten Michael Solf zu, der im Vorfeld stets gefordert hatte, von der Aufhebung der Grundschulbezirke abzusehen, und diesem Punkt des Schulgesetzes im Abstimmungsverfahren ausdrücklich zustimmte.

Die Verabschiedung wenige Tage vor den Sommerferien ist zudem eine Zumutung für die Schulen, die Eltern und auch die Schülerinnen und Schüler. Erst auf den letzten Drücker war klar, wie es nach den Ferien weiter gehen soll. Da ist in den Schulen in NRW Chaos vorprogrammiert.”