GRÜNES “Nein” zum geschlechtergetrennten Unterricht!

Zur Überlegung der NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU), aufgrund von Amokläufen geschlechtergetrennten Unterricht an den Schulen Nordrhein-Westfalens einzuführen, erklärt der Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, Heiko Wolf (23):

“Der Vorschlag, Mädchen und Jungen künftig getrennt zu unterrichten, erinnert spontan an den Häkelunterricht, mit dem man zu Großmutters Zeiten die Mädchen auf das Hausfrauenleben vorbereitet hat. Eine Geschlechtertrennung und die damit verbundene weitere Separation der Schülerinnen und Schüler fördern gerade nicht ein offenes Klima und eine ungehinderte Kommunikation in den Schulen! Der Vorschlag der CDU-Schulministerin hat mit dem Problem der Amokläufe rein gar nichts zu tun und ist blinder Aktionismus. Ich bin gespannt, welche anachronistischen Schulkonzepte die CDU-Schulministerin noch auf Lager hat. Was stattdessen wirklich helfen kann sind flächendeckende schulpsychologische Angebote, viel mehr Sport- und Freizeitangebote auch am Nachmittag, mehr Gewaltprävention und ein offenes Ansprechen sozialer Konflikte.”

Elisa Fenkl (22), Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Der Vorschlag ist furchtbar kurzfristig gedacht, völlig lebensfremd und damit hilft man erst recht nicht den Jungen in ihrer Entwicklung. Denn Mädchen und Jungen sollen doch gemeinsam aufwachsen um miteinander und voneinander zu lernen! Später im Berufsleben gibt es auch keine Geschlechtertrennung und auf beide Geschlechter warten die gleichen Aufgaben und Anforderungen. Peinlich, dass ausgerechnet unsere CDU-Schulministerin, die ja ausgebildete Lehrerin ist, solche rückwärtsgewandten Vorschläge macht. Mit Geschlechtertrennung hilft man nämlich niemanden und damit verhindert man erst recht keine Amokläufe.”

Moritz Kaczmarek (19), Vorstandsmitglied der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, meint schließlich:

“Es stimmt zwar, dass Mädchen und Jungen tendenziell andere Interessen haben – aber eben nur tendenziell. Man darf deswegen nicht der schnellen Idee verfallen, die Unterrichtsinhalte vom Geschlecht abhängig zu machen! Da jeder Mensch unterschiedlich ist, müssten vielmehr die schulischen Angebote individueller auf jede Schülerin und jeden Schüler zugeschnitten sein!”

Chancengleichheit wird aufs Spiel gesetzt

Zur Verabschiedung der schwarz-gelben Schulgesetznovellierung erklärt Heiko Wolf (23) aus Lohmar, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg:

“Das neue Schulgesetz wird Chancengleichheit behindern. Bereits benachteiligte Schülerinnen und Schüler werden es noch schwerer haben, gute Bildungsabschlüsse zu erlangen. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen gibt es faktisch nicht mehr. Die Chance, die zu frühe Selektion der Grundschulkinder für die weiterführenden Schulen durch ein längeres gemeinsames Lernen nach hinten zu verschieben, hat die Landesregierung verpasst.”

Johanna Kremer (19) aus Königswinter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rhein-Sieg, ergänzt:

“Die Interessen der Kommunen als Schulträger wurden von CDU und FDP übergangen, ohne mit der Wimper zu zucken. Ihr zentrales Anliegen, die Grundschulbezirke zu erhalten oder die Entscheidung darüber wenigsten den Kommunen selbst zu überlassen, wurde ignoriert. Kommunen in ganz NRW, selbst die kommunalpolitische Vereinigung der CDU, warnten vor einer zunehmenden Gettoisierung und sozialer Spaltung. Der Landesregierung sind diese Folgen ihrer undurchdachten Konzepte offensichtlich egal.

Und das trifft offensichtlich auch auf den CDU-Abgeordneten Michael Solf zu, der im Vorfeld stets gefordert hatte, von der Aufhebung der Grundschulbezirke abzusehen, und diesem Punkt des Schulgesetzes im Abstimmungsverfahren ausdrücklich zustimmte.

Die Verabschiedung wenige Tage vor den Sommerferien ist zudem eine Zumutung für die Schulen, die Eltern und auch die Schülerinnen und Schüler. Erst auf den letzten Drücker war klar, wie es nach den Ferien weiter gehen soll. Da ist in den Schulen in NRW Chaos vorprogrammiert.”